Nach einem Tag Aufenthalt und ausgiebigen Frühstück ging es heute in Richtung St. Agatha, welcher, gegenüber der ursprünglichen Planung, der neue Übergabehafen sein sollte. Es gab einige Kleinigkeiten am Schiff und Ausrüstung zu reparieren bzw. zu ergänzen, so dass sich der Skipper eben für die Basis unseres Vercharteres entschieden hatte. An dieser Stelle sein angemerkt, dass dies bereits mein drittes Schiff vom Vercharterer Kiriakoulis Charter war und auch dieses nicht im aller besten Zustand war und die Ausrüstung schon recht dürftig ist.
Leider konnte Windbeutel den Transfer der neuen Crew eben zu diesem geänderten Hafen nicht sicherstellen, so dass wir dann doch wieder auf den ursprünglichen Hafen steuern mussten, was eine zusätzliche Strecke von weiteren 35 Seemeilen bedeutete. Jeder kann sich ausrechnen, dass solch eine Nachricht um 17 Uhr Nachmittags eine sehr späte Ankunft im Hafen bedeutete und wir daher gezwungen waren mit 2x AK unter Maschine und 7,3 Knoten Fahrt in Richtung Cefalu zu dampfen.
Eine kleine Belohnung für unsere Verzögerung, war allerdings der in meiner Segelkarriere wohl schönste Sonnenuntergang auf See, von dem ich ein paar Bilder nachfolgend zeige.



Der Übergang vom Tagestörn in die Nacht, wurde vom Skipper in der nun aufkommenden Hektik total vergessen, so dass sämtliche Sicherheitsvorkehrungen bei einsetzender Dämmerung schlichtweg ignoriert wurden. Mir war zu diesem Zeitpunkt ein wenig unheimlich, denn ein Crew Mitglied, bei Dunkelheit, wegen fehlender Lifebelts zu verlieren ist und bleibt unschön. Ein Hand fürs Schiff war hier zwingend erforderlich.
Die wenige Vorbereitung auf den Hafen Cefalu, war auch dann beim Einlaufen zu spüren, es wurde beim Anleger zum Teil sehr laut und selbst nach einer Woche Training mit der Crew ein absolutus Debackel und schlechtes Beispiel an Seemannschaft. Einwände bezüglich Mooringleinen und Gefahr für den Propeller wurden einfach ignoriert, was ein wenig den Höhepunkt der Ansichtsuntersschiede zwischen dem Skipper und meiner Segelerfahrung während des Törns darstellte. Das Endergebnis war eine blockierte Backboardschraube und ein Tauchmanöver am nächsten Morgen durch den Skipper. Wer nicht hören mag, muss tauchen!
Als ein kleines Fazit zu diesem Törn, ist für mich klar, dass ich Kojencharter Törns mit einem klassischen Reiseunternehmen nicht mehr fahren werde, sondern mich eher wirklichen Seglern anschließen werde, bei denen Sicherheit, Seemannschaft und Verhalten an Board meiner Vorstellung von Segeltörns wohl eher entsprechen sollten. Für Anfänger und Unerfahrene sind diese Gepflogenheiten vermutlich eher uninterresant und meine Einwände sollten keinen Segelneuling davon abhalten mit einem Kojenvercharterer seine ersten Seebeine zu bekommen.